Auch wenn es am Samstag dann noch noch schön wurde, blieb es eine feuchte und ziemlich kühle Angelegenheit. Zum Glück habe ich quasi in letzter Sekunde noch eine Fleece-Schicht in den Rucksack gepackt.
Am Freitag habe ich großteils mit dem neuen Sigma 170-500mm Telezoom photographiert. Das macht Spaß! Man kann damit relativ unauffällig auf 15-20m Portraits schießen. Allerdings muß man aufpassen, daß man die Bilder nicht verwackelt. Bei dem Gewicht des Objektivs ist das nicht immer einfach.
Der Zoombereich ist auf jeden Fall sehr beindruckend, wie man an den beiden Beispilbildern sehen kann.

Aussicht vom keltischen Dorf mit 170mm

Aussicht vom keltischen Dorf mit 500mm
Die Lichtstärke – also die große Offenblende – von f5.6 bei 500mm und der Autofukus helfen mir auf jeden Fall sehr. Aber ich muß mir auf jeden Fall eine Sonnenblende dafür besorgen.

Stirnseite des Schlafhauses aus ca. 3m Entfernunng mit 17mm.
Später habe ich dann mit dem Tamron 17-25mm Weitwinkelzoom photographiert. Das Ding produziert bei der kürzesten Brenweitte fast schon einen Fischaugen Effekt. Dafür kann man aus unglaublich kurzen Entfernungen sehr große Motive erfassen.
Als wir uns dann am Nachmittag aufmachten das Veranstaltungsgelände zu besuchen, ging ich Nummer sicher und montierte das Canon 24-105mm, da es bildstabilisiert ist.
Es war nicht allzu viel los. Die Besucher verloren sich zwischen den Ständen und Gastronomen beobachteten mißtrauisch die aufziehenden Wolken. Wir sahen uns ein wenig um, begrüßten Bekannte und machten uns gegen 20:00 wieder auf den Weg in’s Dorf um zu Abend zu essen.

Regen vs. Dach - 1:0
Später gingen wir nochmals auf den Festplatz um etwas zu trinken und uns das Musikprogramm anzuhören. An diesem Abend spielten Tunnagan, aber da es bald zu blitzen und zu donnern begann und die meisten von uns entweder einen Arbeitstag oder eine längere Anreise hinter uns hatten, wurden wir nicht alt. Das endgültige Signal zum Aufbruch gab dann der Regen, der nach einiger Zeit doch einen Weg durch das Dach fand.
Also kletterten wir wieder den Berg hinauf und saßen unter dichten, keltischen Dächern einige Zeit zusammen.
Als wir später zum Zeltplatz kamen stellte ich belustigt fest, daß einige Leute anscheinend schon wieder aufgebrochen waren. Uns war das Wetter egal, daß Tatonka war innen staubtrocken und wir kuschelten uns in unsere Betten.
Samstag früh hatte sich das Gewitter in einen stetigen Dauerregen verwandelt. Aber das habe ich ja schon erzählt.
Nach meinem ersten Bericht fand ich das Dorf mehr oder weniger verlassen und wurde in’s Cafe am Fuße des Aussichtstums geschickt. Dort saß die ganze Gruppe bei einem durchaus zeitgemäßen Frühstück und ließ sich von Eva, der Betreiberin des Lokals verwöhnen.
Nach dem Frühstück breitete sich dann ein gewisses Maß an Unlust aus. Wegen des Regens wollte keiner draußen sitzen, drinnen war es aber für die meißten Handarbeiten mit denen man sich die Zeit vertreiben konnte zu dunkel. Und Besucher verirrten sich auch nur wenige.
Gegen Mittag beschlossen wir die Gastronomie am Festplatz zu testen. Zur Musik von den Rosebuddies betrachtete ich das Angebot und landete dann bei mitgebrachtem Speck, Käse und Brot. Irgendwie hätte es mich nicht gewundert auch noch keltische Pommes Frittes auf einer der Tafeln zu finden. Das Angebot war mir – wie zu erwarten – etwas zu fleischig. Außerdem hatte ich einen Toast vom Frühstück intus und war nicht allzu hungrig.

Kalan
Zum Glück kam dann auch noch die Sonne heraus und beim Soundcheck der Gruppe Kalan konnte ich mich so richtig austoben. Ich habe fast 300 Bilder gemacht, weil das Licht so toll war.
Und die Musik war auch toll! Nur mit der Kamera um den Hals in der gatschigen Wiese hielt sich meine Tanzwut in Grenzen.

Glesum-Sippe
Danach gelang es uns endlich ein Gruppenphoto der Glesum-Sippe zu machen. Bislang waren alle Versuche gescheitert, da immer jemand fehlte.
Gegen Abend begann dann das was sich die Veranstalter unter einer Sonnwendfeier vorstellen. Irgendwie erinnert mich das immer an den Spruch, daß größer besser ist und vom mythologischen Ansatz ist außer der Umrundung des Festival-Geländes und des Holzhaufens nicht sehr viel zu erkennen. Zumindest nichts von dem was mir vor einigen Jahren beigebracht wurde.
Also marschierte der komplette Troß der gewandeten Kelten hinter den Dorfoberen aus dem keltischen Dorf zum Veranstaltungsgelände. Dort wurde dann eine Ehrenrunde gedreht und dann durften die Kelten brav auf das einsetzen der Dämmerung warten. In der Zwischenzeit konnten die Besucher Wachsfackeln erwerben und konnten sich in einer weiteren Runde der Kolone anschließen.

Gwendolin
Dann gab es noch eine wirklich hervorragende Feuershow von Gwendolin und zu guter letzt landeten die Fackeln unter Aufsicht der Feuerwehr auf dem Holzhaufen. Der zierte sich ein wenig, folgte aber dann doch brav seiner Bestimmung. Zuvor hatte mir einer der Feuerwerker noch versichert, daß keine modernen Hilfmittel zugefügt worden waren.
Die Aufgabe der Kelten war damit jedenfalls erledigt und die machten sich auch umgehend auf den Weg in’s Dorf um ihre Waffen wieder in Sicherheit zu bringen. Erstens sind die Dinger echt und scharf und zweitens auch noch recht schwer. Angesichts der Biermengen, die später noch vernichtet wurden, war es auf jeden Fall gut, daß die Dinger weggesperrt wurden.
Sonntags ging dann leider die Kapazität meines Akkus zur Neige. Ich durfte ihn zwar dank Eva, der Betreiberin im Turmcafe aufladen, aber in den 3 Stunden konnte ich keine Aufnahmen machen.
Von dem riesigen Holzhaufen war nur mehr ein flaches Glutbett übrig. Einen Teil der Asche fand ich auf meinem Zelt. So gesehen wäre eine morgentlicher Regenguß doch noch recht angenehm gewesen.
Aber egal – es blieb lange genug schön, daß ich am frühen Nachmittag mein Zeug halbwegs trocken verpacken konnte.
Abschließend möchte ich noch sagen, daß ich einige wirklich tolle, nette, hilfsbereite und interessante Leute kennengelernt habe. Eigentlich wollte ich ja nicht mehr auf dieses Fest fahren, aber das letzte Wochenende bereue ich aufgrund der netten Gesellschaft nicht.
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