
Bis jetzt habe ich mich ja auf Hunde und Blumen konzentriert.
Blumen haben den großen Vorteil, daß sie sich in der Regel nur sehr langsam bewegen und nur in Ausnahmefällen weglaufen. Die Hunde, vorallem in der Hundezone sind auch einigermaßen berechenbar und deren Besitzer haben mich auch sehr oft unterstützt, wenn ich versuchte eine bestimmte Einstellung zu bekommen.

Schon bevor ich meine neue Kamera bekam habe ich mir vorgenommen damit im Tiergarten Schönbrunn zu üben. Es hat einige Monate gedauert, aber heute war es dann soweit. Ich packte den kleinen Rucksack, da ich nicht alle Objektive mitschleppen wollte und kaufte gegen 13:00 eine Jahreskarte um € 35,-.
Hey, die Tageskarte hätte € 14,- gekostet und da ich mehr oder weniger um die Ecke wohne, glaube ich doch, daß ich es 3x schaffen werde in den Tiergarten zu gehen, bevor sie verfällt. Zumal ich mit der Jahreskarte ja auch schnell einmal für eine halbe Stunde reingehen kann.
Die meißten Leute waren anscheinend schon länger da, denn ich mußte mich nicht anstellen. Drinnen war dann aber doch ziemlich voll. Kein Wunder – Sonntag und Kaiserwetter mit dem eigentlich niemand gerechnet hat. Sollte mir Recht sein. Die Tageszeit und das Wetter waren ja sowieso nicht optimal zum photographieren. Ich war schon seit Jahren nicht mehr im Tiergarten und wollte mich in erster Linie wieder einmal umsehen und herausfinden was sich alles geändert hat.
Eine ganze Menge!
- Die Elephanten sind übersiedelt.
- Die Pandas.
- Das Affenhaus wurde zerteilt.
- Die Großkatzen ebenfalls.
- Es gibt eine Gepardenshow.
- Das Merchandising verfolgt einen auf Schritt und Tritt.

Nickerchen in der Frühlingssonne.
Ich begann also mit dem 70-300mm Telezoom. Das 24-105er hatte ich zwar auch mit, ließ ich aber gleich stecken, da nahezu alle Stellen an denen das Publikum näher an die Tiere herankommt sowieso mit Glaswänden getrennt sind. Freie Sicht hat man in der Regel nur aus größerer Distanz.
Bei manchen Gehegen kann man sich zur Not auf einen Stein oder Sockel stellen. Man könnte natürlich auf auf Bänke klettern, aber an diesem Tag wäre das gegenüber den anderen Besuchern unhöflich gewesen.
Also schoß ich so gut ich konnte an den anderen Gästen vorbei und versuchte mein Zeug von gestikulierenden Kinderhänden samt den darin befindlichen Leckereinen fernzuhalten.

Die wirklich interessanten Dinge...
Kinder sind ja nett.
Wirklich!
Besonders die Kleine, die gegenüber vom Löwengehege mit laut entzücktem “Schau!”, den Mistkübel inspizierte. Die Resignation in der Stimme der Mutter war eine Sensation für sich.
Irgendwann muß ich in solchen Menschenmassen auf Gesichterjagd gehen. Allerdings ist das auch ein rechtliches Problem.

Sonnenbaden

Roter Panda
Die Tiere waren fast ausnahmlos viel vernünftiger als wir Menschen und verkrochen sich fast alle an den kühlsten Plätzen in ihren Refugien. Zu meinem Pech sind die in der Regel nicht besonders gut einzusehen und wenn doch, dann waren dort schon soviele Leute, daß ich mich nicht auch noch dazudrängen wollte.
Manchmal hatte ich aber trotzdem Glück weil sich das geneigte Exponat völlig unvermutet von seiner schönsten Seite zeigte, oder sich einfach einen gut einsehbaren Platz zum dösen ausgesucht hatte.
Nach zwei Stunden fand ich, daß es an der Zeit war die örtliche Gastronomie zu fördern und bestellte bei der entzückenden Kellnerin, die mir zuvor schon aufgefallen war einen Erdbeerbecher und ein Obi g’spritzt. Nachdem ersteres verdrückt war, überlegte ich wie ich weitermachen wollte. Wenn ich das 500er Tele-Objektiv schon mitgenommen hatte, sollte ich auch versuchen einige Bilder damit zu machen. Bis jetzt war es ja – soweit ich das am Kamera-Display beurteilen konnte – recht gut gelaufen.

Schlaflose Löwin
Das 500er Tele hat eine fixe Blende 8 und ist manuell zu fokusieren. Die meißten Bilder die ich vor der Pause mit dem 75-300er gemacht hatte, habe ich mit einer Blende 9 oder 11 aufgenommen. Das solle also kein Problem sein. Die Belichtung stellte ich auf 1/200 Sekunde und die ISO-Einstellung auf Automatik. Das würde mich – so hoffte ich – aus schwierigen Lichtverhältnissen helfen. Die Belichtungszeit von einer zweihundertstel Sekunde sollte es sogar mir erlauben einigermaßen verwackelungsfreie Bilder zu schießen.
Es ging überraschend gut. Allerdings werde ich mir für solche Tage eine Augenmuschel für den Sucher zulegen. Es ist ausgesprochen schwierig manuell scharf zu stellen, wenn einem die Sonne von der Seite in’s Auge scheint.
Mit den Elephanten war gar nichts anzufangen, da ich etwa eine Stunde vor ihrer Fütterung zum Gehege kam und die natürlich schon warteten, daß die Türe aufging. Das Gedränge bei der Fütterung wollte ich mir dann aber doch nicht antun.

Panda made in Austria
Besonders nett finde ich, daß man mit solch großen Brennweiten wie dem 500er ohne allzu große Probleme durch Gitter oder schmutzige Scheiben hindurchphotographieren kann ohne dabei allzu große Abstriche bei der Bildqualität machen zu müssen.
Von den 732 Aufnahmen die ich gemacht habe, haben es 80 in die Gallery geschafft. Das erste Bild im Album, das ich mit dem 500er gemacht habe, habe ich entsprechend beschriftet.