Auf den ersten Blick mag das Angebot von €19,90 für ein Gigabyte ja vergleichsweise teuer erscheinen. Auf der anderen Seite kommt es meiner Meinung darauf an, wofür man einen UMTS/HSDPA Zugang überhaupt verwenden will.
Für einen “primären” InterNet-Zugang halte ich nämlich ein Kabel für wesentlich sinnvoller. Auch wenn manche Leute sagen, daß sie sowieso nur ihre eMail checken und ein wenig surfen wollen, ist ihnen meistens nicht bewußt wieviel Verkehr sie damit verursachen und wieviel Datenvolumen sie damit verbrauchen. Gerade durch die hohen Übertragungsraten fällt die eigentliche Datenmenge nicht mehr auf. Inzwischen kann es durchaus vorkommen, daß ein Computer zum Anzeigen (rendern) einer Webseite länger braucht als zum herunterladen.
Sie laden ja wirklich nichts herunter. Aber hören InterNet-Radio und schauen sich alle YouTube Videos an, die ihnen empfohlen werden. Und die Powerpoint Präsentationen die jeden 2. Tag per eMail eintrudeln sind ja auch ganz nett. Die werden dann auch gleich an den näheren Bekanntenkreis weitergeschickt. Dazu kommen dann noch einige Updates des Betriebssystems, des Virenscanners und vielleicht der Firewall.
Gott vergibt ihnen vielleicht, aber jedem Mobilfunkbetreiber ist es völlig egal ob sie wissen was sie tun. Der schreibt beinhart seine Rechnungen.
Natürlich gibt es inzwischen auch vergleichsweise günstige Angebote 3GB/€9,99, aber die sind in der Regel mit einem Vertrag und einer entsprechenden Bindung verbunden. Aber selbst da bezweifle ich, daß es da nie ein böses Erwachen gibt.
Kurzum, ich halte Mobiles Breitband für eine Notlösung. Nicht mehr und nicht weniger. Bei diesen Tarifen und Konditionen ist es keine Alternative zu einem Draht. Von den technischen Einschränkungen ganz zu schweigen.
Aber wenn schon eine Notlösung, dann ist das Yesss Angebot aus mehreren Gründen wirklich interessant.
- Vorbezahlt – Egal wie das Konto aussieht.
- Das Guthaben bleibt ein Jahr erhalten. Das sind keine €2,-/Monat für die Verfügbarkeit.
- 1GB reicht für ein wenig SSH, SMTP und IMAP allemal. Und zur Not kann man damit auch noch den fehlenden Treiber für den Haupt-Internetzugang herunterholen.
- Kann das vorher bezahlte Volumen nicht überschreiten.
Für ein Monat und normale Nutzung ist ein Gigabyte wie schon erwähnt nicht viel, aber für ein Wochenende, oder wenn es sein muß, gerademal eine Telebanking-Session reicht auf jeden Fall. Besonders, weil man sich in dieser Situation der Umstände bewußt ist.
Das gleiche gilt für die Nutzung unterwegs, wenn man nicht gerade mit Google-Docs arbeitet oder sich im Hotel noch schnell einen Film herunterlädt.
Trotzdem, bei regelmäsiger Nutzung ist ein Vertrag mit höherem Volumen dann vielleicht doch sinnvoller.
Aber wenn man so wie ich (unlimitiertes) InterNet zu Hause und im Büro hat und mobiles Netz nur hin und wieder unterwegs oder in Notfällen braucht, dann ist das Yesss Angebot vorallem deshalb interessant, weil sich die Kosten nach der Verwendung richten und nicht automatisch jedes Monat anfallen. Auch wenn das Angebot auf den ersten Blick teuer erscheinen mag.
Für Andere mögen andere Kriterien ausschlaggebend sein. Aber ich kann jedem nur davon abraten die Angebote der Mobilfunkbetreiber als Alternative zu einem klassichen, drahtgebundenen Provider zu betrachten. Sowohl die Verfügbarkteit wie auch die versprochenen Durchsatzraten werden nur unter optimalen Bedingungen und moderaten Nutzung in der lokalen GSM/UMTS-Zelle erreicht. Und selbst unscheinbare Wände sind oft dicker als man glauben mag.
Dazu kommt, daß es ziemlich teuer wird, wenn man einmal über die Schnur haut. Was ja auch unfreiwillig durch einen Angriff oder Trojaner passieren kann. Zwar wird dann in der Regel in Megabytes abgerechnet, aber die Preise in sich. 1024MB, also ein Gigabyte mehr, kann da hochgerechnet schon mit über €100,- zu Buche schlagen. Oder anders gesagt, zahlt man normalerweise für 3GB €20,- pro Monat, verdoppelt sich der Betrag schon bei 0,02GB mehr.
Der Punkt ist: Mobiles InterNet an sich ist böse, aber das Yesss Angebot hat einen vertrauenswürdigen Beißkorb.