Bis jetzt habe ich mich in Schönbrunn ja auf den Tiergarten konzentriert. Deshalb war ich heute einmal im Palmen- und dann im Wüstenhaus um zu sehen wie es dort inzwischen aussieht. Im Palmenhaus war ich seit fast 30 Jahren nicht mehr und das Wüstenhaus hat es zu dieser Zeit noch gar nicht gegeben. Also das Gebäude schon, aber damals wurde es soviel ich weiß als nicht-öffentlicher Bereich für das Palmenhaus genutzt.
Irgendwie habe ich öS 5,- als Eintritt in Erinnerung. Daraus sind inzwischen satte € 4.- geworden. Bevor ich es vergesse, wer sich die beiden Häuser an einem Tag ansehen will und der wie ich eine Jahreskarte für den Tiergarten hat, für den gibt es eine Kombi-Karte für Palmen- und Wüstenhaus um € 6,-. Einzeln kosten nämlich beide jeweils € 4,-. Was die Kombikarte inklusive Tiergarten kostet hab’ ich leider vergessen, aber sowas gibt es auch. Zumindest als Tageskarte.
Also ich rein in’s Palmenhaus, und – Mann ist das klein geworden…
Und langweilig…
Nein, bitte nicht falsch verstehen, aber seit in jedem dritten Büro eine Zimmerpalme steht sind sie nicht mehr sooo besonders. Und frische Blumen bekommt man auch zu jeder Jahreszeit zu kaufen. Jedes 4. Einfamilienhaus hat inzwischen einen Wintergarten und ich bin anscheinend ein Opfer der Globalisierung. Ich kann einfach nicht mehr so staunen wie damals. Dazu kommt, daß das Wiener Stadtgartenamt wirklich wundervolle Arbeit leistet und die Arrangments im Palmenhaus dagegen erher langweilig wirken. Vielleicht bestehen sie ja aus viel, viel exotischeren Pflanzen, aber das erkenne ich als Laie leider nicht. Das Gleiche gilt dummerweise auch für das Wüstenhaus.
Aber zurück in’s Palmenhaus. Im Mittelteil, also dort wo man jetzt reingeht, tobt im jetzt im Advent die Weihnachtsstern-Ausstellung. In allen Farben, mit Goldflitter. Ich mag keine Weihnachtssterne. Ich mag auch Weihnachten nicht. Also weiter, im Südteil ist es ein wenig tropischer und es blüht ein wenig. Ernsthaft photographieren – also mit Stativ und so – sollte man lieber unter der Woche, da die Wege ein wenig eng sind und man andere Besucher sicher behindern würde.
Im Nordteil stand ein früchtetragender Orangenbaum. An mehr kann ich mich nicht erinnern.
Nach 20 Minuten war ich also durch und ging weiter zum Wüstenhaus. Da gibts noch eine Klofrau! Eine richtig lebendige, strickende Klofrau. Und Nacktmulle. Hella von Sinnen war leider nicht da und den größten Eindruck haben einige Medizinball-große Kakteen auf mich gemacht. Aber auch nur weil ich eine ungefähre Vorstellung davon habe was die Dinger kosten würden.
Been there, done that, T-Shirts gab’s keine.
45 Minuten Suche nach der Faszination waren somit vorbei und ich ging weiter in der Tiergarten.
Es ist inzwischen ja etwas kälter geworden. Deshalb waren natürlich wesentlich weniger Leute da als an den letzten Samstagen. Da die Kamera noch warm war und ich nicht wollte, daß sie so sehr abkühlt, daß sie sich beschlägt, ging ich gleich in’s Aquarium und von dort weiter in’s Panda-Haus. Der eine, der herinnen war saß wie immer mit dem Rücken zum Publikum und fraß. Macht sie eigentlich immer so. Inzwischen halte ich die Gehege ja für eine Fehlkonstruktion, auch wenn ich den Verantwortlichen zugestehe, daß das keiner ahnen konnte. Die Pandas sitzen gerne beim essen und sie lehnen sich dabei gerne wo an. Und da bietet sich die – nennen wir es einmal – Wulst oder der Mugel zwischen Panda und Publikum einfach an. Und da Pandas ziemlich viel und deshalb auch ziemlich lange fressen müssen um genügend Nährstoffe aus dem Bambus zu bekommen, sitzen sie eben den lieben langen Tag mit dem Rücken zum Publikum und mümmeln vor sich hin.
Als nächstes ging ich zu den Nilpferden. Eines lag herausen, eines tümpelte am Beckenrand und eines schwamm gemütlich seine Runden. Bei falscher und vorallem zu enger Haltung fangen viele Wildtiere an immer die gleichen Strecken abzulaufen, -fliegen oder -schwimmen. Das ist hier auf keinen Fall der Fall, aber die trotzdem tauchte das Nilpferd immer wieder an den gleichen Stellen zum luftholen auf. Ich wollte eine Aufnahme als es gerade auftauchte und die Luft ausstieß. Da das Licht von hinten kam, stellte ich mir das Bild sehr nett vor. An der einen Stelle wo es immer auftauchte sah es leider von mir weg, aber etwas weiter links, durch die Glasscheibe, das wäre vielleicht gegangen. Wenn es nicht anstelle des Kopfes die Beine gewesen wären.
Und da wurde mir klar was ich da gerade beobachtete. Das Nilpferd schwamm gegen den Uhrzeigersinn im Kreis. Tauchte einmal zum Luftholen in der rechten hinteren Ecke auf, lief dann unter Wasser an der Beckenrückwand entlang, stieß sich ab, drehte sich unter Wasser auf den Rücken, vollendete die Rolle an der vorderen Glasscheibe um dann in der rechten hinteren Ecke wieder aufzutauchen.
Das Nilpferd schwamm nicht, es flog seinen Runden!
Dann hatte ich noch ein wenig Glück bei den Großkatzen und mußte natürlich noch zu den kleinen Pandas. Das wars für diesen Tag, aber das fliegnde Nilpferd war eindeutig das Highlight des Tages.
Wer sich die Bilder in Ruhe in einer Diashow ansehen will findet sie im entsprechenden Album in meiner Gallery. Ach ja, alle Aufnahmen mit dem 100mm/f2.0 Festbrennweiten-Objektiv, teilweise mit Blitz.