Am Weg von einem Doserl zum nächsten zerbröselte der Gürtel-Clip von meinem GPS-Gerät. Also beleidigt habe ich ihn wahrscheinlich schon vorher, aber wirklich auseinandergefallen ist er dann erst beim Gehen. Und natürlich konnter er so meinen Garmin GPSMap 60CSx nicht mehr halten und das gute Stück schlug aus ca. 1m Höhe auf den Asphalt. Und zwar so unglücklich, daß er sich nicht mehr einschalten ließ. Da die Garantiezeit schon lange vorbei war brauchte ich gar nicht mehr versuchen herauszufinden ob er den Sturz überstehen hätte müssen oder nicht. Ersatz mußte her.
Da ich grundsätzlich immer sehr zufrieden mit dem Gerät war, war klar das es entweder das gleiche oder das Folgemodell von Garmin werden würde. Natürlich wurde es das Folgegerät.
- Weil der GPSMap 60CSx nicht mehr produziert wird.
- Die auf eBay noch angebotenen Neugeräte nicht wirklich viel billiger sind als zu der Zeit als sie noch aktuell waren.
- Garmin eine neue Technologie entwickelt hat, die es nur in den neueren Geräten gibt.
Ich wollte ganz bewußt kein Gerät mit Touchscreen. Einerseits weil ich es lieber habe wenn ich Tasten ertasten kann. Andererseits weil ich glaube, daß ein Touchscreen nicht nur empfindlicher ist sondern auch mehr Strom verbraucht. Und der Stromverbrauch ist bei GPS-Geräten immer ein Thema. Gerade der Stromverbrauch oder besser die Laufzeit mit einem Satz Akkus oder Batterien und vorallem die Möglichkeit Ersatz mitzunehmen sind die Hauptgründe warum ich mir wieder ein GPS-Gerät gekauft habe obwohl sich die eine oder andere Dose auch mit meinem HTC Desire-Z finden ließ. Länger als 3-4 Stunden hielt das Telefon im Geocaching Betrieb kaum durch.
Also bestellte ich mir bei Amazon einen Garmin GPSMap 62ST. Die technischen Daten könnt Ihr ja bei Garmin nachlesen, hier geht es um meine ersten Eindrücke im praktischen Einsatz.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel geändert. Die Tasten haben etwas andere Formen, die Belegung und Funktionen sind aber prinzipiell gleich geblieben. Als Benutzer des Vorgängermodells findet man sich sofort zurecht nachdem man den Einschaltknopf gefunden hat. Der ist jetzt nämlich woanders. Beim Software-Design hat sich wirklich etwas getan. Die Icons sind viel hübscher und ich habe den Eindruck, daß es jetzt auch mehr und bessere Schriften gibt. Mit dem Gerät habe ich auch einen neuen Gürtelclip bestellt. Der passt aber auf den Neuen gar nicht, stattdessen gibt es jetzt einen Karabiner den man mit einer eigenen Befestigungsplatte am Gerät anbringen kann. Ganz glücklich bin ich mit dieser Lösung nicht.
Unter der Haube hat sich aber auch etwas getan. Das merkt man spätestens beim 2. mal einschalten. Der Neue findet die aktuelle Position viel schneller (wieder). Die 4-5 Jahre Weiterentwicklung spürt man sofort.
Was noch sofort auffällt ist, daß sich der GPSMap 62ST jetzt als Laufwerk anmeldet sobald man ihn mit dem Computer verbindet. GPX Dateien kann man einfach in den Ordner /garmin/gpx kopieren. Beim nächsten Einschalten werden diese dann in den Wegpunkt-Speicher importiert. Das bedeutet, daß man GPSBabel und ähnliche Anwendungen nur mehr braucht, wenn man den Inhalt der GPX-Dateien on-the-fly ändern will bevor im Gerät landen. Das dumme ist nur, daß sich das Gerät in diesem Zustand nicht mehr als GPS-Gerät verwenden lässt. Der Alte konnte normal verwendet werden, bezog seinen Strom aber über den USB-Bus. Dadurch konnte man am Weg von Cache zu Cache Batterie- bzw. Akkulaufzeit sparen. Aber vielleicht gibt es da auch einen Trick. Ich sollte vielleicht doch bei Gelegenheit das Handbuch lesen.
Wer es braucht kann sich jetzt auf dem Gerät verschiedene Anwendungsprofile zurecht konfigurieren. Beim Autofahren habe ich z.B. in der Kartenansicht die Felder “Entfernung zum Ziel”, “Voraussichtliche Ankunftszeit”, “aktuelle Geschwindigkeit” und “geschätzte Zeit bis zur Ankunft”. Im Geocaching-Profil interessieren mich aber die “aktuelle Genauigkeit”, “Signalstärke”, “Abstand zum Ziel” und “Richtung zum Ziel”. So kann man sich je nach Einsatzsitation die jeweils benötigten Zusatzinformationen zurechtlegen.
Der GPSMap 62ST unterstützt “Papierloses Geocaching”. Das bedeutet, daß er nicht nur so wie der GPSMap 60CSx GCCode, Name und Position, sondern auch alle anderen Daten wie Beschreibung, Hinweis und die letzten Logs anzeigen kann. Das ist praktisch, aber im “Einsatz” ist neue Anwendung ein wenig umständlich. Früher konnte man aus der Kompass-Ansicht — und gerade die kommt auf den letzten Metern meistens zum Einsatz — direkt, mit einem Tastendruck den Fund vermerken.
Jetzt — in der neuen Anwendung — muß man zuerst zur Kartenansicht zurückgehen, dort das Menü aufrufen, auf “Geocaching” , dann auf “Geocaches suchen” und dort auf “Gefunden” gehen. Vielleicht gibt es da ja noch einen Kniff, aber den habe ich noch nicht gefunden.
Die 2. große Neuerung in Sachen Geocaching ist die drahtlose Datenübertragung von Gerät zu Gerät. Das Interessante daran ist in meinen Augen weniger die Kommunikation zwischen verschiedenen GPS-Geräten, sondern die Kommunikation mit sogenannten Chirps. Das sind kleine wetterfeste Sender die entweder bei Geocaches oder Stationen von Multi- oder Mysterie-Caches versteckt werden und die dann dem sich nähernden GPS-Empfänger Textnachrichten schicken können. Außerdem können sie mitschreiben wann welches (SerienNummer) Gerät an dem Chirp vorbeikam. Damit kann man jetzt auch komplexere Hinweise oder kryptographische Schlüssel vor Ort hinterlegen ohne befürchten zu müssen, daß diese von Unengeweihten zerstört oder entfernt werden.
Ich selbst habe zwar noch keinen Chirp-Cache gemacht, werde aber an dieser Stelle berichten sobald ich die ersten Erfahrungen gesammelt habe.
Und meinen GPSMap 60CSx schicke ich an Garmin Österreich. Vielleicht können die ja noch was machen, auch wenn ich nicht allzuviel Hoffnung habe.