15 Minuten in einem Bild
Erstellt von Sascha am Montag 7. Mai 2012
Für dieses Bild bin ich 400km quer durch Österreich gefahren. Und es sind nichteinmal Titten drauf! 
Spät aber doch bin ich endlich dazugekommen mit den Bildern vom letzten Sylvester etwas zu machen.
An sich war ich eher unglücklich, da weder das Wetter noch der Standort optimal waren. Aber in den letzten Wochen hatte ich relativ viele Bilder zu bearbeiten und dabei auch einige neue Tricks gelernt und nachdem die Arbeit getan war, machte ich mich sozusagen auf zu neuen Ufern. Und da stolperte ich wieder über den Ordner mit den ungeliebten Bildern aus Linz.
Was ihr oben seht ist ein Composite-Bild aus 168 übereinandergelegten Einzelbildern.
Die einzelnen Bilder kann man im Grunde mit jeder besseren Kompakt-Kamera machen. Sie muß nur einen manuellen Modus haben und eine Möglichkeit haben sie auf Dauerfeuer zu stellen. Dann sucht man sich einen guten Platz, schraubt sie dort auf ein Stativ und lässt sie arbeiten bis entweder die Karte voll oder die Batterien leer sind. Die Aufnahmen wurden mit ISO 640, 40mm/13 und 3,2s Belichtungszeit gemacht. Falls die Kamera bei ISO 640 zu stark rauscht muß man halt die Blende weiter aufmachen oder ein wenig länger belichten.
Das schwierigste war eigentlich nachts einen Punkt zum Fokusieren zu finden. Ich hab’ mir mit einem Laserpointer geholfen und auf die Silhouette der Bäume im Vordergrund fokussiert.
Wie man am Bild sieht war ich relativ weit vom Geschehen entfernt, deshalb auch das etwas eigenwillige Bildformat. Aber erstens war es oben und unten ziemlich langweilig und zweitens wurden die zusammenzufügenden Bilder so um die Hälfte kleiner.
Mein Gimp hatte trotzdem hart zu kämpfen.
Wie hab’ ich’s gemacht. Eigentlich recht einfach…
- Jeweils 12 JPEGs als Ebenen in ein Bild geladen, beschnitten (crop) und als XCF abgespeichert.
- Auf dem allerersten Bild war noch relativ wenig Rauch und Nebel daher wurde es zu meinem Hintergrund für die 167 anderen Bilder.
- Die restlichen Bildern/Ebenen habe ich um 25% (Schwarzpunkt im Kurvenwerkzeug um 2 Kasterln nach rechts) abgedunkelt wodurch die Stadt bis auf die hellsten Lichter verschwindet und nur das Feuerwerk im jeweiligen Bild übrigbleibt.
- Dann habe ich für jedes Bild/Ebene eine Ebenenmaske aus einer Graustufenkopie der jeweiligen Ebene erstellt.
- Bild vereinen und die Explosionen aus 12 Bildern sind zusammen im ersten.
- Nächstes Block als Ebenen nachladen zurück zu Punkt 4.
Die Methode hat allerdings einen Schwachpunkt. Durch das Abdunkeln und die Ebenenmaske verschieben sich alle Farben, je nach Farbe und wie hell die Explosion war mehr oder weniger ins Rot. Das kann man durch abwedeln auf der Ebenenmaske zwar ein wenig korrigieren, ist aber eine klassiche Syphilis-Hackn.
Zwischendurch habe ich noch ein wenig geschummelt, da an einer Stelle sechs oder sieben besonders schöne, große Feuerwerkskörper explodierten. Die hätten sich in der Endversion natürlich gegenseitig überlagert. Deshalb habe ich sich ausgeschnitten und an den langweiligeren Stellen im Bild plaziert.
In voller Auflösung sieht man dann allerdings auch die Probleme dieser Methode. Wenn man genau schaut, erkannt man rund um manche Explosionen dunkle Schatten. Die entstehen wenn auf einem Bild eine Rakete im Rauch oder Nebel einer anderen explodiert, der Rauch sich verzieht und danach noch eine weitere kleinere an der Stelle hochgeht wo vorher der Rauch und der Wiederschein des vorherigen Feuerwerkskörpers war. Könnte man auch noch wegretouchieren, aber da sich bis jetzt noch keiner gemeldet hat der dafür was zahlen will, hab ich auch keine Lust dazu.
Im Nachhinein bin ich durchaus froh, daß ich während die Kamera die Bilder machte im Auto (warm und trocken
saß…
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